Oft werden wir nach Espressobohnen gefragt. Oder nach dem Unterschied zwischen Espressobohnen und Kaffeebohnen. Einen Unterschied gibt es eigentlich nicht. Es sind die gleichen Bohnen zumeist von der gleichen Kaffeepflanze. Was für eine Bohne es später ergibt, entscheidet sich erst bei der Röstung: Espresso bezeichnet einen Kaffee, der in Italien oder nach italienischem Röstverfahren geröstet wird. Dabei ist es entscheidend, dass langsam und mit nicht zu hohen Temperaturen geröstet wird – zumeist liegt die Röstzeit bei ungefähr einer halben Stunde bei Temperaturen um die 200 °C.
Durch die längere Röstung verliert der Espressokaffee an Säure und an Koffein. Die Wirkung eines Espressos ist anders als bei normal geröstetem Kaffee. Der Körper nimmt das wenige Koffein schneller auf und so kommt es zu dem sogenannten „Kick“, der dem Espresso zugeschrieben wird. Espresso ist im Allgemeinen bekömmlicher und verdauungsfördernd, allerdings lässt die aufmunternde Wirkung schneller nach, sodass man einen Espresso auch gut noch nach dem Abendessen genießen kann.
Als so gegen 1920 die ersten Expresszüge in Italien fuhren entstanden an den Bahnhöfen kleine Kaffeeläden, in denen sich die Reisenden mit frisch aufgegossenem Kaffee versorgetn. Die Fahrgäste sprangen aus den Zügen und tranken schnell einen kleinen Kaffee – den Espresso – und stiegen wieder ein. Da dieser Zug in Italien Espresso hieß, wurde auch dieser kleine schnelle Kaffee Espresso genannt – aber nicht Expresso!
Über die Mehrzahl eines Espressos wird sich immer wieder gestritten: zwei Espresso, zwei Espressi oder zwei Espressos? Grundsätzlich erhalten italienische Wörter, die auf -o enden, im Plural ein -i. Also Espressi! Espressos ist aber die bessere Wahl, denn seit wann gilt die italienische Grammatik auch im Deutschen?
Espresso wird in der Regel mit Siebdruckmaschinen unter hohem Druck zubereitet – siehe Zubereitung. Eine weitere Möglichkeit besteht mit den in Italien aber auch in Deutschland weitverbreiteten Kaffeekannen für den Herd. Dazu wird das feingemahlene Kaffeemehl im Siebdruckträger oder im Siebtrichter der Kanne leicht angepresst oder gedeckelt. Das heiße, nicht kochende Wasser strömt dann durch das Kaffemehl und erzeugt einen hervorragenden konzentrierten Kaffee: den Espresso. Durch dieses Verfahren entsteht auch die sogenannte Crema – ein Schaum aus Kaffeeölen auf dem Espresso. Beim Kochen von Espresso mittels Kanne entsteht leider keine Crema.
Espresso – kleine, dickwandige Tasse, sieben bis acht Gramm Espressopulver pro Tasse
Espresso lungo – gleiche Tasse, gleiche Menge Kaffee, allerdings etwas mehr heißes Wasser
Espresso doppio – etwas größere Tasse, doppelte Menge Espresso (14 bis 16 Gramm), doppelte Menge heißes Wasser
Espresso macchiato – ein normaler Espresso mit einerkleinen Milchschaumhaube.
Espresso ristretto – eine kleine Tasse, sieben bis acht Gramm Espressopulver, etwas weniger Wasser als beim normalen Espresso